
Drei Live-Sessions mit Dr. Nadine Webering
Eine Atemtechnik soll dich beruhigen, aber du fühlst dich danach unruhiger? Eine andere soll Energie schenken, doch du bemerkst kaum einen Unterschied?
Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, ob du etwas falsch machst. Ob du die Technik noch besser beherrschen musst, länger üben oder dich einfach mehr darauf einlassen solltest.
Dabei übersehen wir häufig etwas Entscheidendes: Die Wirkung einer Atemtechnik lässt sich nicht unabhängig von dem Menschen betrachten, der sie praktiziert.
Und trotzdem lernen wir Atemtechniken meist genau so kennen. Diese Übung aktiviert, jene beruhigt, eine andere bringt das Nervensystem ins Gleichgewicht.
Was aber, wenn wir aufhören, nach der erwarteten Wirkung zu suchen, und stattdessen neugierig werden auf das, was tatsächlich geschieht?
Genau darum geht es in diesem Kurs.
Wenn wir eine Atemtechnik praktizieren, bringen wir häufig bereits eine Vorstellung davon mit, wie wir uns anschließend fühlen sollten.
Wir achten darauf, ob die gewünschte Wirkung eintritt, und bewerten unsere Erfahrung entsprechend. Manchmal versuchen wir sogar, durch eine besonders korrekte Ausführung das erwartete Ergebnis herzustellen.
Dabei kann ausgerechnet das in den Hintergrund treten, worum es bei einer körperorientierten Praxis eigentlich gehen könnte: die eigene Wahrnehmung.
Was verändert sich, wenn du deinen Atem nicht mehr danach beurteilst, was er bewirken soll?
Wenn du bemerkst, wie dein Körper auf unterschiedliche Atempraktiken reagiert, ohne diese Reaktionen sofort als richtig oder falsch einzuordnen?
Dann wird aus einer Übung, die ein bestimmtes Ergebnis hervorbringen soll, eine Möglichkeit, dich selbst besser kennenzulernen.
Die Somatic Exploration Method (SEM) wurde von Dr. Nadine Webering entwickelt. Sie verbindet somatische Wahrnehmung mit Bewegung, Atem und Stille.
Ihr Grundgedanke ist einfach: Wir müssen nicht immer versuchen, einen körperlichen Zustand zu verändern. Wir können unserem Körper auch mit Neugier begegnen, statt ihn verändern zu wollen.
Die Methode ist ergebnisoffen. Es gibt keinen Zustand, den du erreichen musst, und keine
Reaktion, die als Erfolg gilt.
Stattdessen entsteht Raum, körperliche Erfahrungen differenzierter wahrzunehmen, Unterschiede zu entdecken und die eigenen Reaktionen besser kennenzulernen.

Was du aus dem Kurs mitnimmst
Du lernst, Atempraktiken aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Statt dich ausschließlich an ihrer traditionellen Wirkung oder einer bestimmten Vorstellung von korrekter Ausführung zu orientieren, entwickelst du einen Zugang, bei dem deine individuelle Erfahrung im Mittelpunkt steht.
Du bekommst die Möglichkeit, deinen Atem und die Reaktionen deines Körpers differenzierter wahrzunehmen. Dabei kannst du entdecken, wie unterschiedlich sich Atempraktiken anfühlen und wie sehr sich deine Erfahrungen auch von Tag zu Tag verändern können.
Vielleicht bemerkst du dabei Dinge, die dir bisher entgangen sind. Vielleicht stellst du fest, dass eine Technik ganz anders auf dich wirkt, als du erwartet hast.
Du lernst nicht, deinen Atem noch besser zu kontrollieren. Du lernst, ihn mit mehr Neugier und weniger Erwartungen zu erforschen.
Wenn du selbst Yoga, Pranayama oder Breathwork unterrichtest, eröffnet dir dieser Ansatz außerdem eine neue Perspektive auf die Anleitung von Atempraktiken: Wie können wir Menschen zur Exploration einladen, ohne ihnen bereits vorzugeben, was sie dabei erleben sollen?



Jede der drei Sessions verbindet eine theoretische Einordnung mit einer vollständigen Somatic Exploration. Anschließend gibt es Raum für Reflexion, Austausch und Fragen.
1. Einführung in die Somatic Exploration Method
In unserer ersten Session lernst du die Grundprinzipien der Somatic Exploration Method kennen und erfährst, was eine ergebnisoffene körperliche Exploration von einer zielorientierten Übung unterscheidet.
Anschließend erlebst du eine vollständige Somatic Exploration, in der wir mit Atemverhalt arbeiten. Dabei erkunden wir das bewusste Innehalten zwischen den Atemphasen und die unterschiedlichen körperlichen Erfahrungen, die damit verbunden sein können.
2. Exploration mit energetisierenden Pranayamas
Bestimmte Pranayama-Techniken werden traditionell als energetisierend beschrieben. Doch bedeutet das, dass sie bei jedem Menschen und in jeder Situation dieselbe Wirkung entfalten?
In dieser Session erkunden wir verschiedene dieser Atemtechniken im Rahmen einer vollständigen Somatic Exploration. Dabei geht es nicht darum, gezielt Aktivierung herzustellen, sondern darum, wahrzunehmen, wie dein Körper auf die unterschiedlichen Praktiken reagiert.
3. Exploration mit erdenden Pranayamas
Andere Pranayama-Techniken werden traditionell mit Erdung, Ruhe und Entspannung verbunden.
Auch diese Atempraktiken erforschen wir in einer vollständigen Somatic Exploration, ohne eine bestimmte Wirkung vorauszusetzen. Dabei kannst du beobachten, welche Erfahrungen entstehen, wenn du dich nicht darauf konzentrierst, möglichst ruhig oder entspannt zu werden.
Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die neugierig darauf sind, ihren Atem und ihren Körper auf eine neue Weise kennenzulernen.
Vielleicht praktizierst du bereits Yoga, Pranayama oder Breathwork und möchtest deine bisherigen Erfahrungen aus einer anderen Perspektive betrachten. Vielleicht unterrichtest du selbst und suchst nach einem Ansatz, der die individuelle Erfahrung deiner Teilnehmer stärker berücksichtigt.
Oder du hast bisher kaum Erfahrung mit Atemtechniken und möchtest sie kennenlernen, ohne von Anfang an etwas Bestimmtes erreichen zu müssen.
Du brauchst keine besonderen Vorkenntnisse. Entscheidend ist deine Bereitschaft, neugierig zu sein und deine eigenen Erfahrungen zu erforschen.
Über Dr. Nadine Webering
Dr. Nadine Webering ist Fachärztin für Neurologie, Ayurveda-Ärztin sowie Embodiment & Breathwork Facilitator. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Frage, wie unser Nervensystem auf unterschiedliche Anforderungen reagiert und wie wir über die Wahrnehmung unseres Körpers einen differenzierteren Zugang zu uns selbst entwickeln können.
Die von ihr entwickelte Somatic Exploration Method ist die körperliche Anwendung ihres übergeordneten Gesundheitsparadigmas: Der menschliche Körper ist ein komplexes, adaptives System, das über die Fähigkeit zur Selbstregulation verfügt. Statt ständig von außen eingreifen und körperliche Prozesse gezielt steuern zu wollen, geht es darum, die Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Selbstregulation stattfinden kann. Die Somatic Exploration Method überträgt diesen Gedanken in die unmittelbare körperliche Erfahrung.

Format: 3 Live-Sessions über Zoom
Dauer: jeweils 120 Minuten
Termine: 15., 22. und 29. November 2026
Uhrzeit: jeweils 18:00–20:00 Uhr
Leitung: Dr. Nadine Webering
Teilnahmegebühr: 149 €
Nein. Der Kurs eignet sich sowohl für Menschen ohne Vorkenntnisse als auch für diejenigen, die bereits Erfahrung mit Pranayama, Atemarbeit oder somatischen Methoden haben.
Der Kurs umfasst drei wöchentliche Live-Sessions von jeweils 120 Minuten. Darüber hinaus kannst du dir Zeit nehmen, deine Erfahrungen aus den Sessions im Alltag weiter zu erkunden.
Alle drei Sessions werden aufgezeichnet. Du kannst dir die Aufzeichnungen anschließend ansehen und die Explorationen in deinem eigenen Tempo durchführen.
Ja, du kannst die Kursgebühr von 149 € auch in Raten bezahlen. Dafür melde dich bitte vorab per Mail bei uns.
Du hast ab Kursbeginn ein Jahr lang Zugang zu den Aufzeichnungen.
In diesem Kurs lernst du die Grundprinzipien der Somatic Exploration Method kennen und erlebst ihre Anwendung in der Atemarbeit. Du kannst die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Kurs selbstverständlich in deine eigene Praxis und deine bisherige Arbeit einfließen lassen.
Die eigenständige Anleitung der Somatic Exploration Method setzt jedoch ein vertieftes Verständnis ihrer Prinzipien und ihrer praktischen Anwendung voraus. Dazu gehört insbesondere, individuelle körperliche Reaktionen begleiten zu können, ohne bestimmte Erfahrungen oder Ergebnisse vorzugeben. Drei Sessions reichen nicht aus, um diese Kompetenzen zu vermitteln.
Deshalb ist der Kurs eine Einführung in die Methode, aber keine Ausbildung, die zur eigenständigen Vermittlung der Somatic Exploration Method qualifiziert.
Die Somatic Exploration Method basiert darauf, die eigenen körperlichen Reaktionen wahrzunehmen und individuelle Grenzen zu respektieren. Es geht nicht darum, bestimmte Atemtechniken mit einer vorgegebenen Intensität auszuführen oder körperliche Reaktionen zu erzwingen.
Dennoch kann die bewusste Beschäftigung mit dem Atem und dem eigenen Körper bei Menschen mit Panikstörungen oder ausgeprägter Dissoziationsneigung unangenehme Reaktionen hervorrufen. Bei bestimmten Erkrankungen, etwa Epilepsie oder schweren Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, können zudem einzelne Atemtechniken mit Risiken verbunden sein, wenn persönliche Belastungsgrenzen überschritten werden.
Im Rahmen der Somatic Exploration Method sollen diese Grenzen bewusst berücksichtigt werden. Allerdings kann ich in einem Onlinekurs nicht sicherstellen, dass alle Teilnehmerinnen ihre individuellen Grenzen rechtzeitig erkennen und respektieren. Wenn du eine der genannten Erkrankungen hast oder aus anderen Gründen unsicher bist, ob der Kurs für dich geeignet ist, melde dich bitte vor der Anmeldung bei mir. Dann können wir gemeinsam besprechen, ob eine Teilnahme sinnvoll ist.